Tresengeschichte #17

Tresentransphobie

Ich arbeite in einem Club und habe gestern bei der Halloweenparty bei der Garderobe gearbeitet.
Irgendwann gegen halb 5, als viele Menschen gehen wollten und wir eine Schlange hatten, hörte ich aus der Menge schon die Begriffe männlich oder weiblich. Mein Gehirn kann diese Worte irgendwie filtern und selbst bei hohem Lärmpegel raushören (Ich bin nonbinär*trans).

Kurze Zeit später kam ein von mir weiblich gelesener Gast und fragte, ob sie mir eine persönliche Frage stellen dürfe. Ich konnte mir schon denken was kommt und habe erstmal ja gesagt. Ich hatte mir vorgenommen, die Frage höflich/sachlich zu beantworten, um nicht zu provozieren.
Die Frage war dann natürlich ob ich männlich oder weiblich bin, denn vom Körperbau würde sie mich eher männlich lesen und vom der Haltung, etc eher weiblich.

Ich antwortete, dass das eine ziemlich persönliche Frage ist, aber ich sie beantworten kann, und zwar sagte ich, dass ich mich nicht als Frau oder Mann fühle, aber mir bei der Geburt durchaus ein männliches Geschlecht zugewiesen worden war, ich mich eher transfeminin fühle und sie mich mit sie Pronomen ansprechen kann.
Daraufhin war sie sichtlich verwirrt und wollte glaub ich noch mehr wissen. Ich hatte aber kein Bock mehr darauf und sagte ihr auch, dass ich keine weiteren Fragen beantworten werde.

Das muss sie wohl ziemlich beleidigt haben, denn sie war auf einmal super komisch und nachtragend und sagte ungefähr folgende Dinge (ist dir deine Identität etwa peinlich/ du kannst mir doch alles erzählen/ ich lese aus deiner Gestik, dass es dir unangenehm ist, darüber zu reden/ du hast nicht gerne coming outs, oder?) ich dachte mir nur, nein b*tch, ich will nur nicht mit dir darüber reden und sagte, dass mir das zu persönlich wird und ich jetzt deshalb aufhören werde mit ihr zu reden und bin gegangen.

Der Knaller war dann, dass sie schon fast traurig war, (Zitat) weil ich ihr ja nicht vertraut habe und sie ja so offen ist; wieso rede ich dann nicht mit ihr. Zu ihrer Freundin, die zum trösten kam, sagte sie dann /ER möchte nicht mit mir reden, ER ist komisch/ es ist IHM peinlich, über SEINE Identität zu reden.

Ich mein, hat sie aufgepasst? Was glauben cis Menschen eigentlich? Dass ich dafür existiere mich vor ihnen rechtfertigen zu müssen? Und dann noch misgendern? Da muss sie sich nicht wundern, dass ich ihr „nicht genug vertraut hab“.

Danke fürs Lesen.

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